AI-Gateway gebaut: 250+ LLM-Provider steuern mit OmniRoute [2026]

Letzten Monat habe ich meinen eigenen AI-Gateway gebaut. Nicht aus Theorie — sondern weil ich es leid war, für jedes LLM separate API-Keys zu kaufen und zu verwalten.

Das Problem

KI-Entwicklung kostet Geld. GPT-4, Claude, Gemini — jeder Provider will sein Geld. Und wenn du mehrere Modelle testen willst, explodiert die Rechnung.

Ich habe nach einer Lösung gesucht, die:

250+ Provider in einem System bündelt

Freie Tiers automatisch nutzt (bis zu 1,4 Milliarden kostenlose Tokens pro Monat)

Intelligent routet — wenn ein Provider down ist, geht es zum nächsten

Tokens spart — durch intelligente Kompression

Die Lösung: OmniRoute

OmniRoute ist ein Open-Source AI-Gateway, den ich auf meinem Hetzner-Server deployed habe. Es läuft als Docker-Container auf Port 30100 und bietet eine OpenAI-kompatible API.

Was kann es?

18 Routing-Strategien — von priority bis cost-optimized

Smart Fallback — wenn Provider A 429 liefert, geht automatisch zu B

Token Compression — RTK + Caveman Kompression spart durchschnittlich 89% der Tokens

Free-Tier Aggregation — alle kostenlosen Kontingente gebündelt

Die Zahlen

Derzeit habe ich ~90 Provider mit freien Tiers angebunden. Das ergibt zusammen über 1,4 Milliarden kostenlose Tokens pro Monat. Plus alle bezahlten Accounts als Fallback.

Die Kompression macht den Unterschied:

Lite: ~15% Einsparung

Standard: ~45% Einsparung

Aggressive: ~70% Einsparung

Stacked (RTK+Caveman): bis zu 95% Einsparung

Wie ich es einsetze

OmniRoute ist das Rückgrat meiner gesamten KI-Infrastruktur:

Daily LLM Benchmark — testet jeden Morgen 4 Modelle mit 9 Benchmarks

Multi-Agenten-Systeme — alle Agenten gehen über einen Gateway

Gamma-API Bilderzeugung — günstiger durch Smart Routing

Hermes Agent — mein persönlicher KI-Assistent

Warum das für Kanzleien relevant ist

Viele meiner Mandanten fragen mich: „Wie setze ich KI sinnvoll ein, ohne dabei viel Geld auszugeben?“

Die Antwort: Intelligentes Routing + Kompression. Ein Gateway wie OmniRoute kostet dich nichts — du startest es selbst und zahlst nur, was du wirklich brauchst.

Technische Details

OmniRoute läuft in einem Docker-Container, wird durch Caddy reversed-proxied und persistiert seine Daten in SQLite. Die API ist OpenAI-kompatibel, also funktioniert jeder Client, der die OpenAI-Spec spricht.

Admin-UI: omniroute.[deine-ip].nip.io

Fazit

Ich habe 2 Wochen gebraucht, um OmniRoute zu verstehen und zu deployen. Aber seitdem spare ich mindestens 80% meiner API-Kosten. Und ich habe vollständige Kontrolle über meine Daten — kein Cloud-Provider sieht, was ich abfrage.

Das ist Life 4.0: Eigene Infrastruktur, eigene Regeln.

Andreas Galatas ist Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Bochum und baut parallel daran, wie Kanzleien digital werden können. Sein Server-Setup läuft auf einem Hetzner CX42.


Ebenfalls lesenswert

Ebenfalls lesenswert

  • Hermes Fleet: Mein erster Multi-Agenten-System steht — Was ich gelernt habe

    Letzten Monat habe ich angefangen, ein Projekt, das mich seit Wochen beschäftigte: Einen eigenen KI-Agenten-Fleet. Nicht nur einen Chatbot, der alles halbwegs gut macht — sondern ein Team spezialisierter Agenten, die zusammenarbeiten. Heute will ich berichten: Wie ich es gebaut habe, was ich gelernt habe, und warum ich nicht mehr zurück möchte. Die Ausgangslage: Warum…

    Weiterlesen

  • Skales AI: Der private Desktop-Agent für Datenschutz und Effizienz im Berufsalltag

    Skales AI: Der private Desktop-Agent für Datenschutz und Effizienz im Berufsalltag

    Als Rechtsanwalt und Betriebsratsberater steht man täglich vor demselben Dilemma: KI-Tools versprechen Mehrarbeit zu reduzieren, aber die Datenschutzabwägung bremst die Begeisterung. Was liegt näher, als einen Agenten zu nutzen, der lokal auf dem eigenen Rechner läuft – ohne Cloud, ohne API-Keys, ohne Datenabfluss? Skales ist genau das: Ein privater Desktop-Agent, der 286 Tools bündelt, auf…

    Weiterlesen

  • Blended Learning in Zeiten von KI: Meine Erfahrung mit digitaler Betriebsratsqualifizierung

    Blended Learning in Zeiten von KI: Meine Erfahrung mit digitaler Betriebsratsqualifizierung

    Was ich über Blended Learning glaube Blended Learning ist kein Trend. Es ist eine Antwort auf eine Realität, die sich nicht leugnen lässt: Betriebsräte können nicht mehr wöchentlich drei Tage im Seminarraum sitzen. Sie haben einen Job, eine Familie, einen Betrieb, den sie vertreten müssen. Hybride Formate ermöglichen es, Grundlagenwissen digital zu erwerben – in…

    Weiterlesen